Maturprüfungen aussetzen!

Die Corona-Krise verschärft soziale Ungleichheiten. Das trifft auch auf Schülerinnen und Schüler zu. Wir halten es daher für sinnvoll die Prüfungen in diesem Jahr generell auszusetzen. Für Schüler*innen, die auf die Ausgleichsnoten angewiesen sind, sollen individuelle Lösungen gesucht werden.
Privilegien sind ungleich verteilt
Nicht alle Kinder und Jugendlichen haben das Privileg eines stützenden Elternhauses. Für viele ist der Zugang zu eigenständigem Lernen daheim begrenzt. Auch E-Learning und Videokonferenzen können nur begrenzt begleiten. „Nicht alle Familien haben genügend Computer, um Homeoffice und Unterricht der Kinder zu ermöglichen“, erklärt Beatrice Messerli, Erziehungs- und BastA!-Grossrätin Daneben können Geschwister und die Enge des physical-Distancing den Lernprozess erschweren. Soziale Kontakte, die vielfach Bestandteil des schulischen Lernens sind, fallen weg.
SVP und FDP helfen Privilegierten
„Mit ihrem Drängen auf die Maturprüfungen verschärfen beide Parteien die soziale Ungleichheit“, erklärt Heidi Mück, Co-Präsidentin BastA!. Die Ausgangssituationen in der die Maturandinnen und Maturanden in die Prüfungen geschickt würden, sind enorm unterschiedlich. Die Testergebnisse würden vor allem wiederspiegeln, wer gute häusliche Voraussetzungen zum selbstständigen Lernen hat. Doch genau das sollte vermieden werden. Chancengleichheit sollte wichtiger sein.
Schülerinnen und Schüler aus fünf Basler Gymnasien wehren sich ebenso
Maturand*innen haben eine Umfrage gestartet, um die Situation untereinander zu evaluieren. Fast 400 Personen haben aktuell daran teilgenommen. Das Ergebnis zeigt deutlich: Die Mehrheit hat daheim schlechtere Lernbedingungen als in der Schule.