Sauberes Quellwasser für das grosse grüne Dorf - Jetzt Gemeindeinitiative unterschreiben!

Sauberes Wasser ist für alle Lebewesen auf dieser Erde das wichtigste Lebensmittel. Wasser ist genug vorhanden auf dem Blauen Planet. Aber sauberes Süsswasser wird zunehmend zur Mangelware. In Riehen sind wir in der privilegierten Lage, über mehrere Quellen zu verfügen. Doch nimmt deren Qualität laufend ab durch Zersiedelung, Überdüngung, Übernutzung und nicht absehbare Schadstoffeinträge aus Deponien im Quellgebiet.

Die Riehener Quellen dienen seit rund 80 Jahren nicht mehr der primären Trink- und Gebrauchs-, Wasserversorgung, sondern lediglich der Speisung der Dorfbrunnen. Ihre Bedeutung als eine vom kantonalen Wasserversorgungsnetz unabhängige Notwasserversorgung ist aber nicht zu unterschätzen.

Das «Riehen Brunnwerk», dessen Quellgebiet sich Im Moos in Riehen befindet, wurde 1493 erstellt. Das Quellwasser wurde damals von Riehen durch Holzleitungen entlang den Fluren der Langen Erlen zu den öffentlichen Brunnen im Kleinbasel geleitet. Damit wurden fünf Dorfbrunnen mit Quellwasser versorgt. 1795 waren es insgesamt 21 Brunnen. 1802 wurde die Nollenquelle ins bestehende Riehen Brunnwerk eingeleitet und zwischen 1850 und 1870 erfolgte die Neuerstellung von zehn steinernen Dorfbrunnen. Durch den Kauf und die Fassung der Auquellen erfolgte 1862 nochmals eine Erweiterung des Riehenbrunnwerks.
Die nächsten Jahre war Riehen auf das Wasser der Gemeindequellen im vorderen Autäli angewiesen. Dann, 1886, erstellte die Gemeinde eine allgemeine Wasserversorgungsanlage mit einem Reservoir in der Au und einem Verteilernetz. Erstmals konnte nun in den Riehener Haushaltungen Wasser aus Hahnen verwendet werden. 1903 wurde die Riehener Wasserversorgung mit den Quellen im Autäli durch den Anschluss an das neue Stadtwassernetz ersetzt.

Am Versorgungsprinzip der Brunnen im alten Dorfgebiet hat sich bis auf den heutigen Tag nichts geändert, wenn man von den unumgänglichen Erneuerungsarbeiten am Leitungssystem und dem Zusammenschluss aller noch brauchbaren Quellen im Autäli Ende des 19. Jahrhunderts absieht.

So war die Gemeinde Riehen gegen Ende der 1960er Jahre im Besitz aller Quellen im Autäli und im Moostäli. Dieses Quellensystem wurde in den Jahren 1969-1984 erneuert. Die Quellen im Moostäli waren allerdings in einem derart schlechten Zustand, dass sie aus hygienischen Gründen nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden durften. Deshalb zierte lange Jahre das unpopuläre Schild «Kein Trinkwasser» die vom Moostäli gespiesenen Brunnenanlagen beim Vormbergweg, beim Schiessstand beim Mooswäldchen und beim Brunnhäuschen in der Wettsteinanlage.
Mehr dazu: https://www.zrieche.ch/jahrbuch/das-riehener-quellwassersystem/

Dies änderte sich 1965 mit einem Anzug im Einwohnerrat, der den Aufbau einer gemeindeeigenen, vom kantonalen Wassernetz unabhängigen Notwasserversorgung postulierte. Durch die neue Leitungsführung war es nun erstmals möglich, die beiden bisher unabhängigen Quellwassersysteme «In der Au» und «Moostäli» zu verbinden, wodurch ein Ausgleichen der Schwankungen im Quellerguss ermöglicht wurde. Nun stehen wir wieder vor der Frage wie sinnvoll eine Sanierung der defekten Wasserleitung des Hinteren Aubaches für die quantitative Sicherung des Trinkwassers ist. Noch viel wichtiger aber ist, dass kein mit Schadstoffen belastetes Quellwasser die zu erhaltenden Natur- und Wasserschutzzonen bedroht. Wir fordern, dass

  • das ganze Quellwassergebiet Grundwasserschutzzone bleibt
  • weiterhin Wassermessungen gemacht werden
  • die hintere Auquelle saniert wird, so dass das Wasser wieder genutzt werden kann
  • der Einwohnerrat die nötigen Gelder bewilligt
  • Über diese wegweisenden Schritte soll die Riehener Stimmbevölkerung entscheiden können