Post-Corona-Gesellschaft

Hinter der Initiative steht die Freiheitliche Bewegung Schweiz (FBS), eine national-konservative Bewegung mit losen Ver-bindungen zur Neuen Rechten.
Die Bewegung versucht die Hoheit über die Corona-Debatte zu erlangen. Sie will eine persönliche Freiheit ohne Geschwisterlichkeit und Gleichheit.
Diese unumschränkte persönliche Sou-veränität ist eine Bedrohung für eine Gesellschaft mit globaler, sozialer und intergenerationeller Verantwortung.
Doch hat die Schweiz während der Corona-Pandemie diese Verantwortung wahrgenommen?
Aus linker Sicht hat Lukas Bärfuss immer wieder Stellung genommen. Er schrieb während der Pandemie: das Kapital hat nichts zu befürchten, der Mensch schon.
Auch Public Eye kritisierte öffentlich die Schweiz und andere reiche Länder für ihre masslose Bestellung von Covid-19-Impfdosen. Nur Kanada und Australien hatten pro Kopf der Bevölkerung noch mehr als die Schweiz bestellt.
Die Verhandlungsmacht der Pharmaindustrie hatte auch dafür gesorgt, dass ohne ihre Einwilligung keine der gekauften Impfdosen weiterverkauft oder verschenkt werden durfte. So musste die Schweiz aufgrund des Ablaufdatums über 11 Millionen Impfdosen vernichten. Weltweit wurden schätzungsweise 1,4 Milliarden Impfdosen vergeudet.
Die Rettung der Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss mit Milliardenkrediten erfolgte ohne jede Klima-Auflage. Der Klimastreik wagte sich auf die Strasse, um dagegen zu protestieren.
Die Corona-Zeit ist wohl an keinem Kind oder Jugendlichen spurlos vorübergegangen. Für sie ist das Zusammensein mit Gleichaltrigen nicht nur ein Zeitvertreib. Es ist essenziell für ihre persönliche Entwicklung und ihre Identitätsfindung.
Beengte Wohnverhältnisse und prekäre finanzielle Situationen verschärften noch das entstehende Defizit.
Tausende von Jugendlichen verpassten nach dem letzten Lehrjahr den Berufseinstieg und wurden arbeitslos. Das Leben einer ganzen Generation wurde beeinträchtigt.
Zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie gehört auch eine sorgfältige Abklärung von allfälligen Impfschäden. Doch im Gegensatz zu Deutschland, wo eine offen kommunizierte Überprüfung stattfindet, hüllen sich die Schweizer Behörden in Schweigen, was für Betroffene schwer erträglich ist. Deutschland hat bisher Hunderte von Gesuchen für Schadenersatz gutgeheissen, die Schweiz noch kein einziges.
Zurück zur Initiative:
Die Corona-Krise hat Menschen mit wenig Geld generell viel härter getroffen. Ungleichheiten sind verstärkt worden. Auch weltweit. Eine Post-Corona-Gesellschaft braucht nicht den toxischen und lautstarken Protest von rechts, sondern weiterhin eine kritische Debatte von links.
Andreas Suter