Parolenfassung 23. September

Am Montag, den 19. Juni fasste BastA! ihre Parolen für die Abstimmung am 23. September und entschied einstimmig das Referendum gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten zu unterstützen.

National:

  • JA zur Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»
  • JA zur Volksinitiative «Für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle»
  • JA zum Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Velo-Initiative»

Fair-Food-Initiative

Die Fair-Food-Initiative verbindet die Forderung nach gesunden Lebensmitteln und artgerechter Tierhaltung mit der Frage der Produktionsbedingungen in den herstellenden Ländern.

«Tierfabriken und Glyphosat in Lebensmitteln sind nur ein Teil des Problems der auf Freihandel ausgerichteten Landwirtschaftspolitik des Bundesrats. Hinzu kommen mitunter schreckliche Arbeitsbedingungen auf Produzent*innenseite, Landraub und schwindende Existenzbedingungen», erklärt Tonja Zürcher, Grossrätin und Co-Präsidentin BastA!. «Die Verantwortung dafür tragen nicht nur die Konzerne, die solche Praktiken zur Profitmaximierung vorantreiben, sondern ebenso Staaten, die diese Praxis dulden», fasst Zürcher die Situation zusammen. Die Fair-Food-Initiative bietet die Chance, diese Praxis zu beenden und nachhaltig produzierte Lebensmittel zum Standard statt zur Ausnahme zu machen.

«Bio darf nicht Luxus sein, sondern muss Standard werden, sodass sich jede*r gut ernähren kann», ergänzt Heidi Mück, Co-Präsidentin BastA! Überhöhte Preise für nachhaltige Produktion sind kein Naturgesetz, sondern Folge noch höherer Profit- und Gewinnerwartung grosser Konzerne.

Ernährungssouveränität

Insbesondere mit Blick auf die globalen Folgen des Freihandels unterstützt BastA! auch die Initiative für Ernährungssouveränität. Die Exportwirtschaft grosser Agro- und Lebensmittelmultis drängt lokale Kleinbäuer*innen in Drittwelt- und Schwellenländern in Abhängigkeiten und raubt ihnen ihre Existenz. Es braucht eine globale Strategie zur Bekämpfung des Welthungers und die Schweiz könnte hier mit fortschrittlicher Gesetzgebung erste Schritte machen.

NEIN zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten – JA zur lebendigen Innenstadt

Es ist gerade fünf Jahre her, dass die Basler Bevölkerung eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten mit 60% abgelehnt hat. Für BastA! ist klar, dass eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen des Verkaufspersonals nicht zumutbar ist. Auch Verkäuferinnen und Verkäufer haben ein Recht auf Privatleben und Zeit mit Familie wie Freund*innen. Bei den stetigen Angriffen auf das Verkaufspersonal handelt es sich um eine Gesamtstrategie zur Ausweitung der Arbeitszeiten auf alle Branchen, weit über den Dienstleistungsbereich hinaus.

Wenn alle arbeiten, kommt kein Leben in die Innenstadt!

Strategien der Deregulierung der Arbeitsbedingungen helfen wenig zur Belebung der Innenstadt. Eine belebte Innenstadt lässt sich nicht am Konsum messen, sondern darüber wie Menschen den öffentlichen Raum gemeinsam gestalten. Und an diesen Möglichkeiten der nicht-kommerziellen Gestaltung sollten auch Verkäuferinnen und Verkäufer teilhaben können.