Nein zum Verhüllungsverbot

Die Initiative gibt vor, ein Problem zu lösen, das in der Schweiz so gar nicht existiert. Es gibt nur vereinzelte Frauen, die in der Schweiz Gesichtsschleier wie den Niqab tragen. Meist sind es Touristinnen aus arabischen Ländern, die bei uns im Urlaub oder auf Shoppingtour sind. Die wenigen einheimischen Frauen, die Gesichtsschleier tragen, sind in den meisten Fällen Konvertit:innen, die sich aus Überzeugung so kleiden und damit ihre Religiosität demonstrieren.
Die Initiative verstösst gegen Werte, die heute in der Schweiz von grosser Bedeutung sind:
- Sie verletzt die Rechte der Frauen
- Sie schränkt die Gleichstellung ein
- Sie verstösst gegen das Selbstbestimmungsrecht
- Sie missachtet die Menschenrechte
- Sie widerspricht einer liberalen Gesellschaftsordnung
Die Initiative gaukelt vor, die Burka würde dem Terrorismus Vorschub leisten. Dies ist völlig faktenwidrig. Bislang ist kein einziger terroristischer Anschlag in Europa von einer Burkaträgerin verübt worden. Viele Kantone verfügen zudem bereits über Vermummungsverbote. Wo der Gesichtsschleier ein Gefährdungsfaktor für sich und andere darstellt (z.B. beim Autofahren), sind bereits jetzt gesetzliche Bestimmungen in Kraft.
Welchen Frauen «helfen» wir mit diesem Verbot? Ich bin überzeugt: keiner einzigen. Der Weg der Emanzipation geht nicht über ein Verbot. Es ist paternalistisch und falsch, davon auszugehen, dass alle Frauen, die ihr Gesicht verhüllen, dies unter Zwang tun. Diese Haltung zementiert das Klischee, dass diese Frauen fremdbestimmte, unmündige Wesen sind. Ihnen soll man jetzt helfen und sie befreien. Die betroffenen Frauen wollen aber weder von ihren Männern noch von den selbst ernannten Frauenbefreiern vom Egerkinger Komitee bevormundet werden. Wenn Frauen gezwungen werden, sich zu verhüllen, hilft ihnen auch ein Verbot nichts. Im Gegenteil: Wir müssen davon ausgehen, dass diese Frauen weiter in die Isolation getrieben werden.
Fazit: BastA!-Mitglieder lehnen am 7. März mit Überzeugung diese unsinnige Initiative ab.