Heidi Mück zum Weltkobane-Tag in Basel

Am 1. November nahmen rund 400 Leute an der Demonstration zum Weltkobane-Tag teil. Seit einem Jahr ist die Stadt vom IS befreit.

Auch unsere Regierungsratskandidatin Heidi Mück nahm an der Kundgebung teil und überbrachte die Solidaritätsbotschaft von BastA! mit dem Kampf unserer kurdischen FreundInnen.

Liebe Anwesende, liebe Kolleginnen und Kollegen

Heute Abend erinnern wir an Kobane, weil Kobane ein wichtiges Symbol für den erbitterten und erfolgreichen Widerstand der Kurdinnen und Kurden gegen den Islamischen Staat ist.

Kobane ist aber nicht nur das, sondern gilt auch als eine Art kurdische Zukunftswerkstatt. In Rojava, also den kurdisch geprägten Gebieten Syriens, ist eine besondere Gesellschaftsform entstanden. Hier organisiert man sich nicht entlang religiöser oder ethnischer Unterschiede Hier werden alle Teile der Bevölkerung in einer Art Rätesystem in die Gestaltung des Gemeinwesens einbezogen: AlevitInnen, SunnitInnen, SchiitInnen, ChristInnen, ArmenierInnen, AraberInnen, KurdenInnen etc. Das ist eine Demokratie „von unten“, eine gemeinschaftliche Demokratie.

Dass dieses Gesellschaftsmodell dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht in den Kram passt, versteht sich von selbst. Erdogan hat zu Beginn den Islamischen Staat im Kampf gegen die Kurdinnen und Kurden unterstützt. Und auch heute noch kämpfen die türkischen Truppen in Syrien weniger gegen den Islamischen Staat, sondern greifen kurdische Stellungen an. Erdogan will mit allen Mitteln verhindern, dass im Norden Syriens ein teilautonomes kurdisches Gebiet wie im Nordirak entsteht. Der Funke der Demokratie könnte ja sonst auf die Türkei überspringen, und das ist für den autoritären türkischen Machthaber eine Horrorvorstellung.

Kobane ist das Herz von Rojava. Setzen wir uns dafür ein, dass dieses Herz weiter pulsiert. Denn was in Rojava entstanden ist, hat Vorbildcharakter nicht nur für den ganzen mittleren und Nahen Osten, sondern weltweit. Auch die Schweiz könnte von den Kurdinnen und Kurden einiges dazulernen.

Deshalb sind unsere Herzen heute – und nicht nur heute - in Kobane.

Es lebe Kobane, es lebe die Demokratie!